Prognosen Baubranche 2009

Verbände und Forschungsinstitute sind verhalten optimistisch
Der ursprünglich für dieses Jahr erwartete Aufschwung der Baukonjunktur lässt sich auch beim Wohnungsneubau noch bitten. Nach einem guten ersten Quartal gingen die Zahlen wieder zurück, lagen aber Mitte 2008 immer noch über dem Vorjahreswert. Mittlerweile gibt es die ersten Anzeichen für eine positivere Entwicklung. So lag die Zahl der Baugenehmigungen im Juni bei 14.438 neu zur errichtenden Wohnungen und damit 5% höher als im Juni 2007. Gleichzeitig deutet sich eine leichte Verknappung des Wohnraums in Deutschland an, was angesichts der tendenziell noch bis 2020 steigenden Nachfrage auch eine verstärkte Wohnungsbautätigkeit nach sich ziehen könnte.

Doch wie sieht die Branche gegenwärtig die Lage für das zweite Halbjahr 2008 und 2009? Das Forschungsinstitut Münchner BauMarktforschung erwartet, dass die zunehmend schwächelnde Konjunktur in Deutschland das Wachstum der Bauwirtschaft merklich bremsen wird. Im Neubau werde für 2008 bei den Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser ein gleich bleibendes Niveau erwartet, während es bei Mehrfamilienhäusern noch zu einem leichten Aufschwung kommen soll. Für eine positive Entwicklung in 2009 müsste vor allem die Wartehaltehaltung der meisten Bauinteressenten angesichts der steigenden Inflation und Kosten überwunden werden. Auch von der neuen Wohn-Riester-Förderung sei vor 2010 noch kein positiver Effekt zu erwarten. Langfristig soll sich vor allem die Nachfrage nach Sanierungen und Modernisierungen weiter stabilisieren.

Dagegen rechnet der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) in seiner Frühherbstprognose für das gesamte Jahr 2008 mit einem nominalen Umsatzwachstum von 4% und für 2009 mit einem Wachstum von 2,5%. Auch im Wohnungsbausektor werden längerfristig frische Impulse erwartet. Dabei geht der Verband von einem leichten Umsatzminus von 2% für 2008 aus, womit immerhin eine spürbare Besserung gegenüber 2007 (-5,8 %) erreicht wäre. Die Lage soll sich dann im Jahr 2009 stabilisieren.

Der HDB begründet seine Annahmen mit drei wesentlichen Entwicklungen. Zunächst habe die internationale Immobilienkrise in Deutschland, im Gegensatz zu Ländern wie Spanien oder Irland, bisher keinen negativen Einfluss auf die Bauinvestitionen erkennen lassen. Darüber hinaus zeichne sich eine Verknappung bei Mietwohnungen im Ballungsgebieten ab. Den 163.000 Fertigstellungen 2007 stünde ein Bedarf von weit über 200.000 Wohnungen gegenüber, worin ein wesentliches Potenzial für den Neubau läge. Weiterhin verspricht sich der Verband von den 2009 in Kraft tretenden neuen Förderungsmöglichkeiten mehr Heizungssanierungen und Wärmedämmungsmaßnahmen.